Was sind Asseln? Alles über die faszinierenden Helfer im Terrarium
Asseln – weit mehr als nur kleine Krabbeltiere
Asseln gehören zu den faszinierendsten und zugleich am meisten unterschätzten Wirbellosen überhaupt. Während viele Menschen Asseln lediglich aus dem Garten oder von feuchten Kellerböden kennen, haben sie sich in der modernen Terraristik längst als unverzichtbare Helfer etabliert. Besonders in bioaktiven Terrarien übernehmen Asseln wichtige Aufgaben und tragen maßgeblich zu einem funktionierenden Ökosystem bei.
Doch was sind Asseln eigentlich genau? Woher stammen sie, wie leben sie und warum werden sie von immer mehr Terrarianern gezielt gehalten und gezüchtet?
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Asseln, ihre Lebensweise, ihre Bedeutung für Terrarien und die beliebtesten Arten für die Haltung.
Was sind Asseln eigentlich?
Asseln gehören zoologisch betrachtet zu den Krebstieren. Damit sind sie näher mit Garnelen, Krabben und Flusskrebsen verwandt als mit Insekten oder Spinnen.
Weltweit existieren mehrere tausend Asselarten, die unterschiedlichste Lebensräume besiedeln. Die meisten in der Terraristik gehaltenen Arten gehören zu den sogenannten Landasseln. Diese haben sich im Laufe der Evolution an ein Leben an Land angepasst, sind aber weiterhin auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen.
Typische Merkmale von Asseln sind:
- gegliederter Körperpanzer
- sieben Laufbeinpaare
- zwei Fühler
- flacher Körperbau
- überwiegend nachtaktive Lebensweise
- hohe Anpassungsfähigkeit
Je nach Art erreichen Asseln Größen zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern.
Sind Asseln Insekten?
Eine der häufigsten Fragen lautet:
Nein, Asseln sind keine Insekten.
Während Insekten lediglich sechs Beine besitzen, verfügen Asseln über insgesamt vierzehn Beine. Außerdem gehören Insekten zur Klasse der Insekten, Asseln dagegen zur Klasse der Höheren Krebse.
Die Verwechslung entsteht häufig durch die ähnliche Größe und Lebensweise vieler Asselarten.
Tatsächlich stellen Asseln eine einzigartige Tiergruppe dar, die unter den Landbewohnern eine Sonderrolle einnimmt.
Wo leben Asseln in der Natur?
Asseln kommen nahezu weltweit vor. Sie bevorzugen Lebensräume mit ausreichend Feuchtigkeit und vielen Versteckmöglichkeiten.
Typische Fundorte sind:
- unter Steinen
- unter morschem Holz
- in Laubschichten
- unter Baumrinden
- in Komposthaufen
- in feuchten Kellern
- in Gewächshäusern
Tagsüber verstecken sich die meisten Arten vor Austrocknung und Fressfeinden. Erst nachts werden sie aktiv und begeben sich auf Nahrungssuche.
Diese Lebensweise macht sie auch für Terrarien besonders interessant, da sie dort oft unbemerkt wichtige Aufgaben übernehmen.
Was fressen Asseln?
Asseln gehören zu den wichtigsten Zersetzern organischer Stoffe.
Ihre Hauptnahrung besteht aus:
- abgestorbenen Blättern
- morschem Holz
- Pflanzenresten
- Pilzen
- abgestorbenen Insekten
- Tierkot
- organischen Abfällen
Durch ihre Ernährung tragen Asseln maßgeblich zum natürlichen Stoffkreislauf bei.
Im Terrarium bedeutet dies, dass viele organische Reste verwertet werden, bevor sich Schimmel oder Fäulnis bilden können.
Aus diesem Grund werden Asseln häufig als „Gesundheitspolizei des Terrariums“ bezeichnet.
Warum sind Asseln in der Terraristik so beliebt?
In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung von Asseln in der Terraristik stark zugenommen.
Der Hauptgrund liegt im Trend zu naturnahen und bioaktiven Terrarien.
Ein bioaktives Terrarium versucht, natürliche Prozesse nachzubilden. Dabei übernehmen Asseln wichtige Aufgaben, die in der Natur ebenfalls stattfinden würden.
Zu ihren Vorteilen gehören:
- Abbau organischer Abfälle
- Verwertung von Futterresten
- Unterstützung der Bodenbiologie
- Verringerung von Schimmelbildung
- Auflockerung des Bodens
- Nahrungsquelle für viele Terrarientiere
- geringe Haltungsansprüche
Durch ihre ständige Aktivität helfen Asseln dabei, ein stabiles biologisches Gleichgewicht aufzubauen.
Was bedeutet Reinigungstrupp im Terrarium?
Der Begriff Reinigungstrupp oder Clean-Up-Crew ist in der Terraristik weit verbreitet.
Gemeint sind Tiere, die organische Reste abbauen und dadurch zur Sauberkeit des Terrariums beitragen.
Asseln zählen gemeinsam mit Springschwänzen zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe.
Sie fressen:
- abgestorbene Pflanzenteile
- Futterreste
- Häutungsreste
- abgestorbene Insekten
- Kot
Dadurch reduzieren sie den Reinigungsaufwand erheblich und unterstützen die Stabilität des gesamten Terrariums.
Welche Asselarten werden in Terrarien gehalten?
Die Vielfalt an Asselarten in der Terraristik ist mittlerweile enorm.
Einige Arten werden hauptsächlich als Reinigungstrupp gehalten, andere aufgrund ihrer außergewöhnlichen Farben und Muster sogar als eigenständige Hobbytiere.
Zu den beliebtesten Arten gehören:
Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa)
Weiße Asseln gehören zu den bekanntesten Terrarienasseln.
Sie bleiben klein, vermehren sich schnell und leben überwiegend im Bodengrund.
Besonders beliebt sind sie in:
- Froschterrarien
- Geckoterrarien
- Mantidenterrarien
- Wirbellosen-Terrarien
Durch ihre geringe Größe werden sie oft zusätzlich als Futtertier genutzt.
Kubanische Asseln (Porcellionides pruinosus)
Kubanische Asseln zählen zu den aktivsten Asselarten überhaupt.
Besonders beliebt sind die Farbformen:
- Orange
- Powder Blue
- Oreo Crumble
Ihre hohe Vermehrungsrate macht sie zu hervorragenden Reinigungskräften und gleichzeitig zu einem beliebten Futtertier.
Porcellio laevis
Porcellio laevis gehört zu den größeren und robusteren Asselarten.
Bekannte Farbformen sind:
- Panda
- Dairy Cow
- Orange
- Milkback
Diese Asseln zeichnen sich durch hohe Aktivität, starke Vermehrung und gute Anpassungsfähigkeit aus.
Armadillidium-Arten
Armadillidium-Arten sind vor allem dafür bekannt, sich bei Gefahr vollständig zu einer Kugel zusammenrollen zu können.
Zu den beliebtesten Arten gehören:
- Armadillidium maculatum
- Armadillidium klugii
- Armadillidium gestroi
Viele dieser Arten werden vor allem aufgrund ihrer attraktiven Zeichnungen gehalten.
Können Asseln als Futtertiere verwendet werden?
Ja, zahlreiche Asselarten eignen sich hervorragend als Futtertiere.
Besonders beliebt sind:
- Porcellionides pruinosus
- Trichorhina tomentosa
- Porcellio laevis
Viele Reptilien, Amphibien und Wirbellose nehmen Asseln gerne an.
Dazu gehören unter anderem:
- Pfeilgiftfrösche
- Mantiden
- Springspinnen
- Skorpione
- kleine Geckos
- Jungtiere verschiedener Reptilienarten
Durch ihren hohen Feuchtigkeitsgehalt und ihre weiche Körperstruktur werden sie häufig gut verwertet.
Wie werden Asseln gehalten?
Die Haltung vieler Asselarten gilt als vergleichsweise einfach.
Für eine erfolgreiche Haltung benötigen Asseln:
- ausreichend Belüftung
- dauerhaft feuchte Bereiche
- trockene Rückzugszonen
- Laub als Grundnahrung
- Kalkquelle
- Versteckmöglichkeiten
Besonders wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Feuchtigkeit und Belüftung.
Zu trockene Bedingungen führen schnell zu Verlusten, während dauerhaft nasse Bedingungen Schimmel fördern können.
Wie vermehren sich Asseln?
Asseln vermehren sich bei guten Bedingungen oft erstaunlich schnell.
Die Weibchen tragen ihre Eier in einer speziellen Bruttasche auf der Unterseite des Körpers.
Dort entwickeln sich die Jungtiere geschützt bis zum Schlupf.
Bereits die frisch geschlüpften Jungtiere ähneln den erwachsenen Tieren stark und wachsen durch mehrere Häutungen heran.
Je nach Art und Temperatur können sich Populationen innerhalb weniger Monate deutlich vergrößern.
Haben Asseln einen Nutzen außerhalb der Terraristik?
Absolut.
Auch außerhalb von Terrarien spielen Asseln eine wichtige Rolle.
Sie gehören weltweit zu den bedeutendsten Bodenorganismen und tragen zur Humusbildung bei.
Ihre Aktivitäten sorgen dafür, dass abgestorbenes Pflanzenmaterial wieder in den natürlichen Nährstoffkreislauf zurückgeführt wird.
Ohne Asseln würden sich vielerorts deutlich größere Mengen organischer Abfälle ansammeln.
Sind Asseln Schädlinge?
Nein.
Asseln gelten grundsätzlich nicht als Schädlinge.
Im Gegenteil: Sie erfüllen wichtige ökologische Funktionen.
Nur unter sehr speziellen Bedingungen können sie an sehr jungen oder bereits geschwächten Pflanzen fressen.
In gesunden Terrarien und Gärten konzentrieren sich Asseln jedoch fast ausschließlich auf abgestorbenes organisches Material.
Warum erleben Asseln aktuell einen Boom?
Asseln haben sich in den letzten Jahren zu einem eigenständigen Hobby innerhalb der Terraristik entwickelt.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- steigende Beliebtheit bioaktiver Terrarien
- große Artenvielfalt
- spektakuläre Farbformen
- einfache Haltung
- spannende Beobachtungsmöglichkeiten
- hoher praktischer Nutzen
Viele Arten werden mittlerweile gezielt gezüchtet und weltweit gehandelt.
Einige seltene Zuchtformen erzielen sogar beachtliche Preise.
Fazit: Asseln sind unverzichtbare Helfer im Terrarium
Asseln sind weit mehr als einfache Bodenbewohner. Als Krebstiere übernehmen sie wichtige Aufgaben im natürlichen Stoffkreislauf und tragen maßgeblich zur Gesundheit bioaktiver Terrarien bei.
Ob als Reinigungstrupp, Futtertier oder faszinierendes Hobbytier – Asseln bieten Terrarianern zahlreiche Vorteile. Durch ihre enorme Artenvielfalt, ihre spannende Lebensweise und ihre einfache Haltung gehören sie heute zu den wichtigsten Wirbellosen der modernen Terraristik.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Asseln
Was sind Asseln?
Asseln sind landlebende Krebstiere, die organische Materialien zersetzen und weltweit vorkommen.
Sind Asseln Insekten?
Nein. Asseln gehören zu den Krebstieren und besitzen vierzehn Beine statt sechs.
Was fressen Asseln?
Asseln ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenresten, Holz, Pilzen und anderen organischen Materialien.
Warum sind Asseln im Terrarium nützlich?
Sie verwerten Abfälle, reduzieren Schimmelbildung und unterstützen ein stabiles biologisches Gleichgewicht.
Welche Asseln eignen sich für Anfänger?
Weiße Asseln (Trichorhina tomentosa), Kubanische Asseln (Porcellionides pruinosus) und Porcellio laevis gelten als besonders anfängerfreundlich.
Können Asseln als Futtertiere genutzt werden?
Ja. Viele Reptilien, Amphibien und Wirbellose fressen Asseln sehr gerne.
Vermehren sich Asseln schnell?
Viele Arten vermehren sich unter guten Bedingungen kontinuierlich und können innerhalb weniger Monate große Populationen aufbauen.
Können Asseln Pflanzen schädigen?
Gesunde Pflanzen werden normalerweise nicht angegriffen. Asseln bevorzugen abgestorbenes organisches Material.
